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Blut-Stoffwechselanalyse – das große Blutbild

Das große Blutbild gehört zu den wichtigsten Basisuntersuchungen. Wir überprüfen mittels einer hochdifferenzierten Blutanalyse unter anderem verschiedene Vital- und Stoffwechselfunktionen, das Immunsystem, die Organtätigkeiten, das Hormonsystem sowie den Fett- und Mineral-Stoffwechsel. Die so gewonnenen Erkenntnisse werden nach klinischen und seelisch-geistigen Zusammenhängen ganzheitlich interpretiert. Welche Werte dabei gemessen werden und was sie im Einzelnen aussagen, lesen Sie hier:

Leber, Bauchspeicheldrüse und Nieren

Gamma GT, GOT, GPT sowie CHE sind Enzyme, die vorwiegend in der Leber vorkommen. Veränderte Enzymmuster geben deshalb Hinweise auf eine Leberschädigung. Häufigste Ursache für einen Anstieg ist chronischer Alkoholmissbrauch, aber auch Hepatitis. Die CHE gibt uns Auskunft über die Leberaktivität. Bilirubin ist ein Abbauprodukt des Hämoglobins.,Zu einer Erhöhung des Bilirubins kommt es bei Blutarmut durch vermehrten Zerfall der Blutkörperchen (Hämolyse), bei Schädigung der Leberzellen (Hepatitis, Leberzirrhose oder Tumore) oder bei Abflussstauungen in der Galle.

Amylase und Lipase sind Enzyme der Bauchspeicheldrüse. Erhöhte Werte sprechen für eine Entzündung oder Stauung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis bzw. Pankreopathie).

Harnsäure, Harnstoff und Kreatinin werden über die Niere ausgeschieden. Harnsäureerhöhungen können auf Gicht oder eine Nierensteinerkrankung deuten. Schon eine geringe Erhöhung des Kreatininspiegels zeigt eine Einschränkung der Nierenfunktion an.

Blutzellen

Leukozyten (weiße Blutzellen) spielen eine bedeutende Rolle bei der Immunabwehr und können Hinweise auf eine Störung des Immunsystems oder auf Leukämien geben. An ihrer Anzahl lässt sich auch die Funktionsweise des vegetativen Nervensystems ablesen. Beim Differentialblutbild werden die Leukozyten in Unterstufen eingeteilt, die wiederum über Allergien, das Hormonsystem und die Psyche Auskunft geben können.

Der wichtigste Bestandteil der Erythrozyten (roten Blutzellen) ist Hämoglobin, das für den Sauerstofftransport zuständig ist und das lebenswichtige Eisen enthält. Zu wenige Erythrozyten deuten auf eine Anämie (Blutarmut) hin, zum Beispiel verursacht durch Eisenmangel oder einem Mangel an Vitamin B12 und Folsäure.

Thrombozyten (Blutplättchen) sind für die Gerinnung zuständig. Vermehrte Thrombozyten findet man nach Operationen oder bei Tumorerkrankungen, verminderte dagegen z. B. infolge eines Vitamin-B12-Mangels.

Immunsystem

Das Immunsystem schützt als Abwehrzentrale vor eindringenden Krankheitserregern oder bösartigen Veränderungen im Inneren des Körpers. Der Zustand des Immunsystems lässt sich an zahlreichen Laborwerten ablesen. Das Gesamteiweiß liefert einen ersten Anhalt für eine Veränderung der Eiweißkonzentration: Eine Erhöhung kann die Folge einer chronischen Entzündung oder der Erhöhung eines ganz bestimmten Eiweißanteils sein. Eine Erniedrigung findet man z. B. bei Nierenfunktionsstörungen, Verbrennungen, Mangelernährung oder schweren Tumorerkrankungen.

Einen genaueren Hinweis über die Ursache der Veränderung liefert die Eiweißelektrophorese, durch die Eiweißmoleküle nach Größe und Eigenschaften in Untergruppen aufgetrennt werden. Das Albumin ist für den Transport von Nährstoffen, Vitaminen, Hormonen oder auch Medikamenten ins Blut zuständig, die Alpha- und Beta-Globuline für den Transport von Mineralien (z. B. Eisen oder Kupfer) im Blut. Letztere spielen zudem eine Rolle bei der Gerinnung sowie bei entzündlichen Prozessen. Die Gamma-Globuline (= die Summe der Immunglobuline IgM, IgA, IgG und IgE) treten bei der körpereigenen Abwehr im Laufe einer Infektion zu unterschiedlichen Zeitpunkten vermehrt in Aktion. Bei überschießenden, nicht angemessenen Reaktionen des Immunsystems auf Stoffe aus der Umwelt spricht man von Allergien. Bei vielen Allergien sind die Immunglobuline der Klasse E sowie die eosinophilen Granulozyten (eine Untergruppe der Leukozyten) erhöht.

Fettstoffwechsel

Die Basisuntersuchungen für den Fettstoffwechsel sind Triglyceride und Cholesterin sowie HDL- und LDL-Cholesterin. Triglyceride sind Fette und stellen die wichtigste Speicher und Transportform der Energie dar. Cholesterin ist kein Fett, sondern ein Steroid, das zum größten Teil vom Körper selbst produziert wird. Wichtig ist das Cholesterin für den Transport von Hormonen und für den Zellschutz verantwortlich ist. HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin sind Lipoproteine. Während HDL-Cholesterin für den Cholesterintransport zur Leber verantwortlich ist, übernimmt LDL-Cholesterin den Transport des Cholesterins von der Leber ins Gewebe.

Glukose und HbA1C werden bestimmt, um eine mögliche diabetische Stoffwechsellage zu untersuchen. Wenn die Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin produziert oder der Körper zu viele Kohlenhydrate verdauen muss, kann der Zucker nicht verarbeitet werden und der Glukosewert steigt an. Während der Glukosewert die Stoffwechsellage zum Zeitpunkt der Blutentnahme anzeigt, spiegelt der HbA1C-Wert das Langzeitgedächtnis der Stoffwechsellage wieder. Daher kann der gemessene Glukosewert durchaus normal sein und gleichzeitig der HbA1C- Wert einen diabetischen Zustand für einen Zeitraum von bis zu vier Wochen in der Vergangenheit anzeigen.

Schilddrüse

Die Bestimmung von Thyroxin-stimulierendem-Hormon (TSH) und freiem Thyroxin (fT4) sind die Basisparameter der labormedizinischen Schilddrüsendiagnostik. Mit diesen beiden Untersuchungen können statistisch ca. 95 % aller Schilddrüsenerkrankungen gefunden werden. Sollte der Verdacht einer Erkrankung trotz normaler Laborwerte bestehen, so stehen mit fT3 sowie TPO-AK weitere Parameter zur Abklärung zur Verfügung.

Selen gilt als wichtiger Indikator in der Entgiftungsdiagnostik. Da Selen an allen Stoffwechselvorgängen der Schilddrüse beteiligt ist, kann eine Schilddrüsenunterfunktion auch an einem Selenmangel liegen. Die Prüfung des Selengehaltes im Blut ist daher eine wichtige Ergänzung zu dem Profil Erstuntersuchung, muss jedoch gesondert angefordert werden.

Mineralstoffe und Spurenelemente

Mineralstoffe (Kalium, Natrium, Calcium, Magnesium, Phosphor und Chlorid) sind Elektrolyte, die in gelöster Form als elektrisch geladene Teilchen im Körper vorkommen. Die Mineralstoffe sind als Bausteine für das Wachstum, die Härtung von Knochen und Zähnen sowie die Kräftigung von Muskeln, Blut und Nervenzellen wichtig. Sie sorgen für ein Gleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt und zwischen der Flüssigkeit innerhalb und außerhalb der Blutgefäße.

Kupfer und Zink zählen neben Eisen zu den Spurenelementen. Sie sind vor allem an der Bildung von Enzymen beteiligt und erfüllen damit wichtige Aufgaben bei Körperwachstum, -reifung und Fortpflanzung. Wichtig ist das Verhältnis von Kupfer und Zink zur Beurteilung der Stoffwechsel- und Hormonaktivität.

Rheuma

Der Rheumafaktor (RF) ist ein Baustein bei der Diagnose der Rheumatoiden Arthritis. Ein positiver Rheumafaktor deutet auf Rheuma hin, beweist es jedoch nicht. Ein negativer Rheumafaktor senkt zwar die Wahrscheinlichkeit von Rheuma, schließt es aber nicht aus. Bei starker Übersäuerung und einer toxischen Gewebsbelastung ist in der Regel der Rheumafaktor ebenfalls erhöht.

Ein erhöhter Antistreptolysin-Titer (ASL) weist auf eine Infektion mit ß-hämolysierenden Streptokokken hin. Im Laufe der Infektion steigt der ASL-Titer an und bleibt auch erhöht, wenn sich als Folgeerkrankung ein akutes rheumatisches Fieber einstellt. Ein Anstieg des C-reaktiven Proteins (CRP) weist auf eine unspezifische Infektion des Körpers hin. Es ist in einem früheren Stadium einer Infektion als Rheumafaktor und ASL-Titer nachweisbar.