Chiropraktik – der Körper findet zurück ins Gleichgewicht

Der Atlas ist der erste Halswirbel direkt unter dem Schädel. Gemeinsam mit dem zweiten Halswirbel Axis bildet er die Schädelbasis und ist wichtig für die freie Beweglichkeit des Kopfes. Die Stellung des Atlas beeinflusst die Balance des gesamten Skeletts und damit auch die aufrechte Haltung. Entsprechend dieser hohen funktionellen Bedeutung kann eine Fehlstellung gravierende Probleme im gesamten Körper verursachen. Diese Reaktionen treten allerdings häufig erst zeitverzögert auf, so dass die ursächliche Atlasfehlstellung oft nicht erkannt wird. Die häufigsten Folgen sind Nerven- und Durchblutungsstörungen.

Besonders im Bereich der Wirbelsäule können Gelenke etwa infolge eines Unfalls oder auch nur einer „falschen“ Bewegung blockieren und lange in dieser funktionellen Fehlstellung verharren, ohne Beschwerden zu verursachen. Oft führen sie jedoch zu scheinbar unerklärlichen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Muskelverspannungen und Fehlhaltungen. Zudem können Blockierungen organische Störungen z. B. in Herz, Magen oder Darm und durch ihre Auswirkungen auf das Nervensystem sehr unterschiedliche Beschwerden auslösen. Diese bestehen mitunter jahrelang, ohne dass die Ursache des Leidens in der Wirbelsäule vermutet wird.

Wie wirkt die Chiropraktik?

Die eigentliche chiropraktische Behandlung besteht in einer schonenden Mobilisation oder Manipulation der gestörten Wirbelgelenke, um diese wieder beweglich zu machen und die Gelenkflächen in korrekte Beziehung zueinander zu bringen. Oft ist bei der Behandlung ein Knacken zu hören, das jedoch für den Behandlungserfolg nicht ausschlaggebend ist. Dieses Geräusch beruht auf einer kleinen Gasexplosion im Gelenk und nicht, wie oft fälschlicherweise vermutet, auf einer schädigenden Reibung der Gelenkflächen aufeinander.

Es wird auch nicht eingerenkt, also keine Überdehnung vorgenommen oder gar ein „Ausleiern“ des Bandapparates herbeigeführt. Ein qualifizierter Chiropraktiker stellt durch eine vorsichtige Ausführung dieser Manöver die normale Gelenkfunktion auf sanfte Weise wieder her, auch wenn sie häufiger angewendet werden müssen. Nach der Beseitigung der Blockaden verschwinden in der Regel auch alle ursächlich damit zusammenhängenden Störungen.

Wie verläuft die Therapie?

Vor der Aufnahme einer Behandlung wird nicht nur nach gegenwärtigen Beschwerden, sondern auch nach früheren Krankheiten, Operationen, Unfällen usw. gefragt. Auf die Begutachtung von Haltung und Beweglichkeit folgen bei Bedarf verschiedene neurologische und orthopädische Tests oder die Untersuchung bestimmter Körperfunktionen (z. B. Blutdruckmessung). Das Ziel ist ein möglichst vollständiges Bild vom Gesundheitszustand des Patienten. Häufig sind zur Sicherung der Diagnose auch Röntgenaufnahmen erforderlich, die in vielen Fällen jedoch schon von zuvor konsultierten Ärzten erstellt wurden.

Nach dieser umfasenden Anamnese beginnt der Therapeut mit der beschriebenen chiropraktischen Behandlung. Der Patient empfindet diese im Allgemeinen als sehr wohltuend. Häufig ist auch schon nach der ersten Therapierunde ein Erfolg spürbar, in der Regel sind jedoch mehrere Termine erforderlich, um eine Stabilisierung zu erreichen. Für eine vollständige Regeneration des Bewegungsapparates kombinieren wir manchmal ergänzende Maßnahmen wie z. B. physiotherapeutische Anwendungen, den orthopädischen Ausgleich eines verkürzten Beines oder eine Beratung in Bezug auf Haltung, Schlafgewohnheiten oder mögliche Fehlbelastungen im Alltag oder beim Sport.

Was kann behandelt werden?

Chiropraktik ist bei vielen verschiedenen Gesundheitsstörungen hilfreich, zum Beispiel bei Beschwerden des Halte-, Stütz- und Bewegungsapparates, des Verdauungstraktes, bei Herz-, Kreislauf- oder Atembeschwerden sowie in der Kinderheilkunde. Auch Tinnitus (Ohrgeräusche), Schwindel, Sehstörungen und Migräne können durch eine Erkrankung der Wirbelsäule entstehen. Tiefsitzende Kreuzschmerzen sind nicht selten eine Folge von Stauungen und Entzündungen der Venen und Lymphgefäße im Bereich um das Rückenmark. In all diesen Fällen ist die Chiropraktik eine sinnvolle Therapie, ihre Grenzen erreicht sie lediglich bei fortgeschrittener Arthrose und bei akuten Infektionskrankheiten.

Bei ca. 90% aller Menschen liegt in irgendeiner Form eine Wirbelsäulenblockierung vor. Auch bei Kindern, deren Wirbel sich ja noch im Wachstum befinden, sollte eine regelmäßige Untersuchung von einem guten Chiropraktiker zur Vorbeugung irreversibler Haltungsschäden erfolgen.

Kopfschmerzen, Migräne
Schlechtes Gehör
Schmerzen im Nacken, Schulter, Arm, Hand, Finger
Schmerzen in der Brustwirbelsäule
Hexenschuss, Ischias
Bandscheibenvorfall
Schmerzen in der Hüfte
Schmerzen im Oberschenkel
Schmerzen im Knie
Schmerzen in den Unterschenkeln
Schmerzen im Fuß, in den Zehen