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Osteopathie – die ganzheitliche manuelle Therapie

Die Osteopathie ist eine manuelle Therapie zur Verbesserung der Beweglichkeit von Gelenken, Muskeln, Bindegewebe (Faszien) und inneren Organen. Sie stützt sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse, die sich stetig weiterentwickeln. Die Besonderheit besteht darin, dass sie als ganzheitliche Therapie nicht nur den Bewegungsapparat betrachtet, sondern auch die funktionellen Zusammenhänge mit Organen, Gefäß- und Nervensystem.

Im Gegensatz zur Symptome behandelnden Schulmedizin ist es das Ziel der Osteopathie, die Ursache eines Leidens zu ergründen und zu behandeln. Sehr häufig befindet sich aber der Ursprung der Beschwerden an einer ganz anderen Stelle im Körper als der schmerzende Punkt. Das liegt daran, dass der Schmerz häufig das letzte Glied in einer Kette von Veränderungen ist, wobei der Auslöser subjektiv völlig beschwerdefrei sein kann.

Ein Beispiel: Bei wiederkehrenden Schmerzen im Schulter- und Brustwirbelbereich ist ein Tiefstand des Magens die Ursache. Krankengymnastik und Massagen können dann zwar zu einer Linderung der Beschwerden führen, die Ursache aber nicht beseitigen, so dass die Schmerzen immer wieder auftauchen. Ein Osteopath findet den ursprünglichen den Grund heraus: Der Magentiefstand löst starken Zug an bestimmten Bändern innerhalb des Brust- und Bauchraumes aus, den der Körper mit einer Fehlhaltung ausgleicht: Er neigt sich nach vorne. Dies wiederum führt zu einer verstärkten Anspannung der Schulter- und Halsmuskulatur und in der Folge zu einer schmerzhaften Verspannung in dieser Region. Der Osteopath mobilisiert daraufhin die eingeschränkte Magenbeweglichkeit, so dass der Körper wieder zu seiner normalen Haltung und gesunden Funktionsweise zurückkehren kann.

Wie wirkt die Osteopathie?

Bei der Osteopathie handelt es sich um eine manuelle Therapie auf neurophysiologischer Basis. Das heißt: Osteopathie ist Handarbeit, der Therapeut arbeitet also nicht mit Geräten, sondern setzt – wie in der Chirotherapie – zur Beseitigung von Energie- und Muskelblockaden und zur Stimulierung des Nervensystems verschiedene Behandlungsgriffe ein. Man unterscheidet drei verschiedene Anwendungsbereiche der Osteopathie:

Die Strukturelle Osteopathie gehört zur sogenannten Manuellen Medizin, die auch die Chiropraktik bzw. Chirotherapie miteinschließt. Durch sanfte Techniken löst sie Störungen des Bewegungsapparates wie z. B. Gelenkblockierungen und lockert Verspannungen.

Die Viszerale Osteopathie bezeichnet die Behandlung von inneren Organen, Blutgefäßen und einem Teil des Nervensystems. Dieser Bereich der Osteopathie gewinnt durch die Wechselbeziehungen von Organen und Bewegungsapparat immer mehr an Bedeutung.

Wie verläuft die Therapie?

Wir führen vor Beginn der Therapie ein ausführliches Anamnesegespräch, um die Entstehungsgeschichte Ihrer Beschwerden zu klären. Im Anschluss erfolgt eine eingehende körperliche Untersuchung, um die verspannten und blockierten Regionen zu lokalisieren. Je nach Art Ihrer Beschwerden wird das Gewebe an den betroffenen Stellen zunächst durch bestimmte Techniken entspannt. Danach setzen wir zur Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit der Gelenke mobilisierende oder chirotherapeutische Spezialhandgriffe ein.

Diese manuelle Unterstützung hilft dem Körper, sich selbst auf natürliche Weise zu heilen. Dabei ist es ist wichtig, dass der Patient gemeinsam mit dem Osteopathen an der Beseitigung der Einschränkungen arbeitet und sich den Zusammenhang zwischen Organismus und Psyche als eine Einheit bewusst macht. In den meisten Fällen kann schon während oder kurz nach der Behandlung, die zwischen 20 und 40 Minuten dauert, eine deutliche Besserung der Beschwerden erreicht werden. Wie viele Sitzungen im Einzelfall notwendig sind, hängt von der jeweiligen Diagnose ab.

Was kann behandelt werden?

Eine osteopathische Behandlung ist grundsätzlich bei fast allen Erkrankungen sinnvoll, da sie nicht nur die Symptome behandelt, sondern die Auflösung von Einschränkungen bewirkt. Zu den Patienten des Osteopathen gehören nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder, Babys, junge Mütter oder Schwangere. Bei sehr ernsten Erkrankungen (wie z. B. Krebs oder schwereren Infektionskrankheiten) kann Osteopathie als begleitende Maßnahme zur klassischen Medizin eingesetzt werden.