Podo-Orthesiologie – Therapieansatz über den Fuß

Der Begriff Podo-Orthesiologie leitet sich ab von griech. podos = Fuß und lat. orthesiologie = die Lehre, etwas ins Gleichgewicht zu bringen. Durch angeborene oder erworbene Abweichungen der Körperhaltung werden die Wirbelsäule und auch andere Gelenke falsch belastet. Häufig führt das zu starken Schmerzen im Rücken und weiteren Störungen und Beschwerden.

Die Podo-Orthesiologie ist eine ganzheitliche Therapie auf Basis der Füße: Über eine individuell gefertigte Podosohle können wir die richtige Körperhaltung und so das beschwerdefreie Zusammenspiel der einzelnen Gelenke und Wirbelkörper wiederherstellen. Die Podosohle wird in einem aufwändigen Verfahren genau an die jeweilige Haltungsdisposition des Patienten angepasst und hat wenig mit herkömmlichen orthopädischen Einlagen gemein.

Das Besondere der Podosohle

  • Sie stimuliert die Fußmuskulatur und somit den ganzen Körper bis zum Kiefergelenk.
  • Sie löst Verspannungen und aktiviert die Beweglichkeit des Körpers.
  • Sie schränkt nicht die Beweglichkeit des Fußes ein.
  • Sie verhindert den Rückfall in alte Bewegungs- und Haltungsmuster.
  • Sie ist wesentlich dünner als orthopädische Einlagen und kann daher in jedem Schuh getragen werden.
  • Sie schickt den Fuß nicht frühzeitig ins (Fuß-)Bett.

Wie wirkt die Podo-Orthesiologie?

Die Körperhaltung und die Form der Füße haben unmittelbaren Einfluss auf die An- und Entspannung der Muskulatur. In der Muskulatur und in den Sehnen befinden sich Nervenzellen. Diese Propiozeptoren sorgen für die Wahrnehmung der Stellung und Bewegung des Körpers im Raum. Sie registrieren jede Druckänderung der Fußsohle und leiten sie als Reiz an das zentrale Nervensystem weiter, das dann wiederum eine Rückmeldung an die statische Muskulatur gibt. Die darauf folgende Muskelreaktion kann sich sowohl positiv als auch negativ auswirken. Bei statischen Problemen erreicht die Podo-Orthesiologie eine positive Veränderung der Körperhaltung durch eine propriozeptive Podosohle. Ein individueller Fußabdruck gibt genaue Auskunft über akute Haltungsabweichungen, die durch die speziell angefertigte Podosohle in kürzester Zeit ausgeglichen werden. Der Körper passt sich sehr schnell an die positive Veränderung an und die haltungsbedingten Beschwerden verschwinden.

Mithilfe des Patienten

Für den Behandlungserfolg ist es entscheidend, dass die Sohle den ganzen Tag getragen wird, also auch in Haus- oder Sportschuhen. Für die unterschiedlichen Schuhformen sind entsprechende Sonderanfertigungen möglich. Generell muss der Fuß genügend Bewegungsfreiheit haben. Die Absatzhöhe sollte 4 cm nicht überschreiten und ein eventuell vorhandenes Fußbett im Schuh ist zu entfernen. Sobald die Beschwerden nicht mehr auftreten und sich die Körperhaltung optimiert hat, kann der Patient nach Rücksprache mit dem Therapeuten künftig auf den Gebrauch der Sohle verzichten.

Was kann behandelt werden?

Die Podo-Orthesiologie bringt bei vielen verschiedenen Beschwerden des Halte- und Bewegungsapparates Besserung, vor allem im Bereich der Wirbelsäule, der Schulter sowie der Hüfte, Beine und Füße. Gut zu behandeln sind damit z. B.:

  • Bewegungseinschränkungen und Schmerzen im Rücken
  • Bandscheibenprobleme
  • Beckenschiefstand / Beckenverwringung
  • funktionelle Beinlängendifferenz
  • Morbus Bechterew (Nervenkrankheit)
  • Morbus Scheuermann (Wachstumsstörung)
  • Skoliose (seitliche Verbiegung der Wirbelsäule)
  • Kyphose (Krümmung der WS)
  • Knie- oder Hüftarthrose
  • Coxa anteverta / Coxa valga (Fehlstellung des Hüftgelenks)
  • Hallux Valgus (Abknicken der Großzehe)
  • Mortonsche Neuralgie (eingeklemmter Nerv im Vorfuß)
  • leichte Fußfehlbildung wie Pes avatus (langer 2. Zeh)
  • Schmerzen im (Vor-)Fuß
  • Fersensporn
  • Tarsaltunnelsyndrom (Nervenirritation am Fuß)
  • Bewegungseinschränkungen und Schmerzen in der Schulter