Schmerz und Triggerpunkt-Osteopraktik®

Die im Jahr 2000 von Dr. Wolfgang Bauermeister entwickelte IGTM Schmerz- und Triggerpunkt Osteopraktik® oder Trigger-Stoßwellen-Therapie (TST) kann Schmerzen ohne Spritze und Chemie lindern. Dr. Bauermeister erkannte, dass myofasciale Triggerpunkte (Auslöser), Verklebungen von Muskeln, Muskelfasern oder Bindegwebe (=Faszien), die als myofasziale Triggerpunkte bezeichnet werden, sehr häufig die Ursache für Schmerzen oder der Auslöser für Beeinträchtigungen an entfernten Stellen des Körpers sind.

Als speziell für IGTM Schmerz und Triggerpunkt-Osteopraktik® ausgebildete Therapeuten sind wir in der Lage, diese Schmerzauslöser zu finden und mit Hilfe von Stoßwellen aufzulösen. Das geht selbst dann, wenn die Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen bereits seit Jahren oder Jahrzehnten bestehen. Die Methode ist so erfolgreich, weil wir statt der Symptome die Ursachen der Schmerzen erkennen und behandeln.

Schmerzen durch Trigger

Die entscheidende Ursache für die Entstehung und Chronifizierung von Schmerzen ist in muskulären Triggerpunkten zu suchen. Trigger sind dauerhaft verkürzte und geschwollene Muskelfasern, die meist durch Überanstrengung oder Verletzungen entstehen. Da Skelett und Muskulatur ein Ganzes bilden, ziehen diese Faserverdickungen mit der Zeit wie ein überspanntes Seil am Knochen, belasten so über den Sehnenansatz ungleichmäßig die Gelenke und bringen sogar Wirbel in Fehlstellungen.

Die Folge sind häufig diffuse Schmerzen des Bewegungsapparates, die dann als Bandscheibenvorfall, Blockade, Abnutzung oder Arthrose diagnostiziert werden. Auch eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit und eine erhöhte Anfälligkeit für Verletzungen können auftreten.

x = Triggerpunkt
rot = Schmerzausbreitung

Wie wirkt die Schmerz und Triggerpunkt-Osteopraktik®?

Alle durch Trigger verursachten Schmerzen lassen sich durch Druck beseitigen. Die heilsame Wirkung einer Druckbehandlung mit Stoßwellen konnte in Studien in Zusammenarbeit mit der Universität Witten/Herdecke nachgewiesen werden. Dabei beobachte man bereits nach vier Behandlungen bei über 85% der Patienten erste Erfolge, was besonders erstaunlich ist, weil sämtliche Patienten zuvor als austherapiert galten.

Treffen Stoßwellen auf die Trigger, ziehen sich die verknoteten Muskelfasern plötzlich zusammen und erwachen förmlich zu neuem Leben. Der Muskel wird wieder länger und elastisch. Durch die gesteigerte Durchblutung werden Entzündungssubstanzen (sogenannte Zytokine), aber auch einer der wichtigsten Schmerzauslöser (Substanz P, benannt nach P = Pain = Schmerz) aus dem Trigger beseitigt. Das heißt, der Trigger sendet keine Schmerzsignale mehr an den Körper und dem Patienten geht es spürbar besser. Allmählich löst sich der Trigger auf. Selbst jahrzehntelang bestehende Beschwerden bessern sich so bereits nach der ersten Behandlung.

Wie verläuft die Therapie?

Trigger bilden sich nicht an dem Ort, wo die Schmerzen auftreten, und können weder durch Röntgenaufnahmen noch durch Computer- oder Kernspintomographie erkannt werden. Daher ist vor Therapiebeginn eine ausführliche Diagnostik unerlässlich, um die Triggerpunkte zu lokalisieren und Ursachen für ihr Entstehen zu finden. Die exakte Messung der Gelenkbeweglichkeit und der Körperstatik sind dabei die wichtigsten Diagnosemittel.

Nach dem Lokalisieren der Triggerpunkte beginnt die Behandlung mit dem speziellen Stoßwellengerät, die die Auflösung der Trigger bewirkt. Nur Therapeuten nach Dr. Bauermeister oder der IGTM sind für diese Triggerbehandlung zertifiziert und verfügen über die entsprechenden Untersuchungsgeräte. Die Trigger-Osteopraktik zielt durch ihren ganzheitlichen Ansatz auf eine umfassende und dauerhafte Verbesserung der Lebensqualität. Deshalb erkennt und beseitigt sie auch entzündungsfördernde Faktoren wie eine Gewebsübersäuerung, Statik- oder Haltungsprobleme.

Derzeit übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Behandlungskosten noch nicht. Die Trigger-Stoßwellen-Therapie kostet pro Sitzung zwischen 120 und 200 Euro. Oft genügen schon wenige Sitzungen, um Schmerzgeplagten ihre Bewegungsfreiheit zurückzugeben.

Literatur

Ratgeber „Schmerzfrei durch Trigger-Osteopraktik“
von Dr. Wolfgang Bauermeister (12,99 Euro)

Die Beschreibung bezieht sich auf einen Artikel von Prof. Siegfried Mense,
Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Heidelberg
(Mense S.: Muskelschmerz: Mechanismen und klinische Bedeutung.
Deutsches Ärzteblatt. 2008; 105:214-20).

Dieser Artikel ist als PDF im Internet erreichbar unter: www.aerzteblatt.de/v4/archiv/pdf.asp

Mense S.: Besonderheiten des Muskelschmerzes im Vergleich zum Hautschmerz.
Orthopädische Praxis. 2005; 41:410-5.

Mense S.: Mechanismen der Chronifizierung von Muskelschmerz.
Orthopäde. 2004; 33:525-32.

Simons DG, Mense S.: Diagnose und Therapie myofaszialer Triggerpunkte.
Schmerz. 2003; 17:419-24.