Fibromyalgie – ein komplexes Beschwerdebild

Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, die sich vor allem durch Schmerzen und Druckschmerzempfindlichkeit an wechselnden Stellen der Muskulatur, um die Gelenke und im Rückenbereich äußert. Sie gilt als unheilbar. Typische Begleitsymptome sind Müdigkeit, Schlafstörungen, Morgensteifigkeit, Konzentrations- und Antriebsschwäche, Wetterfühligkeit oder ein Schwellungsgefühl an Händen, Füßen und Gesicht. Weil ähnliche Beschwerden auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten, ist Fibromyalgie nur schwer zu diagnostizieren. Einen spezifischen Fibromyalgie-Test gibt es derzeit noch nicht.

Ganzheitliche Behandlung der Fibromyalgie

In unserer Praxis behandeln wir Fibromyalgie-Patienten ganzheitlich, um alle möglichen Schmerzursachen auszuschalten. Das erfordert in manchen Fällen Zeit und Geduld, führt aber erstaunlich oft zum Erfolg, also zur deutlichen Reduzierung der Beschwerden. Der erste Schritt ist die osteopathische und chiropraktische Mobilisation der einzelnen Gelenke des Bewegungsapparates und der Wirbelsäule für eine optimale Beweglichkeit und Körperstatik. Daran schließt sich die Behandlung des vorrangig schmerzenden Bindegewebes mit einer Trigger-Stoßwellen-Therapie, einer Neuraltherapie und einer Pneumatischen Pulsations-Therapie (PPT) an.

Um aber die Ursachen für Bindegewebsveränderungen herauszufinden, sind noch weitere Untersuchungen nötig. Wir analysieren je nach Einzelfall:

  • Säure-Basen-Haushalt
  • Stoffwechsel und Immunsystem
  • Entgiftungsleistung der Leber
  • Schadstoffbelastung des Körpers
  • mikrobiologische Stuhluntersuchung
  • Aktivität des vegetativen Nervensystems

Säure-Basen-Haushalt

Der menschliche Organismus ist gezwungen, zur optimalen Balance seiner Stoffwechselvorgänge und Enzymleistungen die pH-Werte sowohl im zellulären Bereich (Blut, Organstrukturen) als auch im Bereich der Gewebsflüssigkeiten genau zu regulieren. Während der Körper den pH-Wert im Blut konstant halten kann, führen in den Körperzellen sowie in den Gewebsflüssigkeiten Säureansammlungen zu einer chronischen Übersäuerungsbelastung und einer verminderten Pufferkapazität der Zellgewebe.

In übersäuerten Zellstrukturen sind die enzymatischen Vorgänge nicht mehr optimal gewährleistet und die wichtigen Ionen-Zyklotron-Ströme, die zwischen Zellen und ihrer Umgebung fließen, gehemmt. Dies führt zu einer Stoffwechselverschlechterung und einem Energiedefizit. Bei stärkerer Ausprägung der Säure-Basen-Dysbalance besteht schließlich eine Entartungsgefährdung, also ein erhöhtes Krebsrisiko. Es hat sich gezeigt, dass bei Fibromyalgie-Patienten häufig die Basenpufferreserven erschöpft sind, sodass eine Zufuhr mittels Infusion indiziert ist. Die Säure-Basen-Analyse ist daher bei uns zum Standard bei der Fibromyalgie-Diagnostik geworden.

Schadstoffbelastung des Körpers

Die Schadstoffbelastung des Körpers ermitteln wir durch eine Urin- bzw. Blutanalyse. Sie reicht in den Einzelkomponenten von Aluminium bis Zinn. Nach Gewinnung des Mittelstrahl-Morgenurins als Vergleichswert führen wir einen Entgiftungs-Provokationstest mit einem Chelatbildner (DMSA und EDTA) durch, um im Körper vorhandene Schwermetalle zu mobilisieren und zur messbaren Ausscheidung zu führen. Hierbei wird der Urin nach Gabe des Chelatbildners gesammelt und eine Probe untersucht.

Handelt es sich in der nach der Provokation gewonnenen Analyse um eine Blei-, Kadmium-, Zinn- oder Eisenvergiftung, empfiehlt sich therapeutisch eine DMSA-EDTA-Chelat-Ausleitung. Quecksilber, Chrom, Arsen, Kupfer und Blei lassen sich vor allem bei Kindern gut mit DMSA als Kapsel therapieren. DMSA, das Salz der Bernsteinsäure, hat hervorragende Eigenschaften vor allem in der Schwermetall-Entgiftung des Gehirns, da es sehr leicht die Blut-Hirn-Schranke überwindet. Die Entgiftung mittels Infusion oder oraler Einnahme eines Chelat-Bildners wird idealerweise mit einer hochdosierten Vitamin C-Infusion unter Zugabe von B-Vitaminen, Glutathion, Magnesium und Kalium kombiniert.

Zur Unterstützung der Schadstoffausleitung haben sich die Stoßwellen-Theapie und die Pneumatische Pulsations-Therapie (PPT) besonders bewährt, da sie die Entschlackung des Gewebes fördern. Die PPT ist ein Therapieverfahren, das auf der klassischen Schröpfmethode basiert: Ein spezielles Gerät (Pneumatron) erzeugt auf der Haut mit einer Saugglocke rhythmische Impulse, die vertikal zur Hautoberfläche schwingen. Dabei generiert es abwechselnd Unterdruck und atmosphärischen Druck.

Stoffwechsel und Immunsystem

In einigen Fällen muss auch nach Nahrungsmittelunverträglichkeiten im Blut gefahndet werden, um eventuell vorhandene Antikörper gegen tierische oder pflanzliche Nahrungsbestandteile aufzuspüren. Eine besondere Beachtung findet in letzter Zeit die Untersuchung auf das sogenannte Leaky-gut-Syndrom in der Diagnostik der Fibromyalgie: Als Folge von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen können Spalten in der Darmschleimhaut entstehen, die zu einer vermehrten Durchlässigkeit der Darmwand im Dünndarmbereich führen. Dadurch kommt es wiederum zu einer Überlastung der Leber mit Schadstoffen und Toxinen, pathologisch erhöhten Leberwerten, vermehrten Entzündungsreaktionen und chronischen Erschöpfungszuständen, einem häufigen Symptom bei Fibromyalgie-Patienten.

Aktivität des vegetativen Nervensystems

Eine ebenfalls wichtige Untersuchung in der Diagnostik des FMS ist die Messung der Aktivität des vegetativen Nervensystems anhand der Herzfrequenz-Variabilitäts-Untersuchung. Dabei wird anhand der Aktivität von Sympathikus und Parasympathikus der vegetative Status eines gesunden oder eben kranken Menschen gemessen. Wir verwenden dazu Nerv-Express, ein nichtinvasives, computergesteuertes System. Nähere Informationen zum Testverfahren finden Sie hier.